Streitschlichter am HGF

Sei es der Strich im Heft des Nach­barn oder eine kleine Rangelei im Pausen­hof: Häu­fig kommt es im Schu­lall­t­ag zu kleineren Kon­flik­ten und Stre­it­igkeit­en. Dies ist kein Prob­lem, wenn die beteiligten Kinder die Sache schnell selb­st regeln kön­nen. Doch lei­der ist dies nicht immer möglich. Auch wenn die Schüler solche Prob­leme immer wieder selb­st regeln und sich schnell alles klärt, gehen solche Auseinan­der­set­zun­gen aber auch oft im Klassen­z­im­mer weit­er und stören den Unter­richt. Was dann? Ignori­eren hil­ft nicht, die Stre­i­thähne giften weit­er. Was kann die Lehrkraft tun? Die näch­ste Klasse wartet schon — und eine Lösung des Kon­flik­ts braucht Zeit. Hier kom­men die Stre­itschlichter ins Spiel.

Für die Schule bringt dies einen dop­pel­ten Gewinn: Zum einen kön­nen die betrof­fe­nen Schüler — angeleit­et von aus­ge­bilde­ten Stre­itschlichtern — ihre Kon­flik­te selb­ständig lösen und ihre eige­nen Vorschläge äußern. Auf diese Art vere­in­barte Kom­pro­misse hal­ten länger, als von Lehrkräften verord­nete „Zwangslö­sun­gen“. Zum anderen wirkt die Stre­itschlich­tung vor­beu­gend: Je mehr Schü­lerin­nen und Schüler die Aus­bil­dung durch­laufen, desto pos­i­tiv­er wirkt es sich auf das Schulk­li­ma ins­ge­samt aus – es wird nicht mehr wegge­se­hen. Die Sen­si­bil­ität für Kon­flik­te und ihre Ver­mei­dung im Vor­feld steigt.

Stre­itschlich­tung – wie funk­tion­iert das?
Stre­itschlich­tung soll den Schülern helfen, die „kleinen, nor­malen“ Kon­flik­te im Schu­lall­t­ag ohne Beteili­gung von Lehrkräften selb­st­ständig zu lösen. Die dazu nötige Aus­bil­dung erhal­ten die zukün­fti­gen Stre­itschlichter in ein­er dre­itägi­gen Aus­bil­dung, angeleit­et von erfahre­nen Stre­itschlichter der Vor­jahre und den Lehrkräften Frau Grass­mé und Frau Niehus.

Im Mit­telpunkt dieser Aus­bil­dung ste­ht der Ablauf eines Stre­itschlich­tungs­ge­spräch­es und welche Bedeu­tung die einzel­nen Phasen für eine gelin­gende Ver­mit­tlung haben. Mit Hil­fe der “Friedens­brücke” wird ver­sucht, Stre­it­igkeit­en friedlich beizule­gen. Aber auch der prak­tis­che Teil kommt nicht zu kurz. In zahlre­ichen Rol­len­spie­len wer­den die ange­hen­den Stre­itschlichter trainiert, um sie möglichst umfassend auf ihre zukün­fti­gen Auf­gaben vorzu­bere­it­en.

Wie erfol­gt die Kon­tak­tauf­nahme?
Am Anfang des Schul­jahres führen die Stre­itschlichter in allen 5. Klassen ein Anti- Mob­bing Train­ing durch und stellen sich bei dieser Gele­gen­heit den „neuen“ Schülern vor.

Die Schüler nehmen entwed­er direkt mit den Stre­itschlichtern Kon­takt während der Pause auf oder hin­ter­lassen eine kurze Nachricht im Stre­itschlichter-Briefkas­ten im 1. Stock. Gele­gentlich sprechen auch Lehrkräfte die Stre­itschlichter an, weil ihnen der eine oder andere Kon­flikt aufge­fall­en ist.