Zur Geschichte des Hardenberg-Gymnasiums Fürth

1833 war ein wich­ti­ges Jahr für das Har­den­berg-Gym­na­si­um Fürth: Am 16. Novem­ber wur­de die “König­li­che Land­wirt­schafts- und Gewer­be­schu­le” ein­ge­weiht, die zunächst im ers­ten Stock des Gast­hau­ses “Rotes Roß” unter­ge­bracht war. Elf Jah­re spä­ter konn­ten Leh­rer und Schü­ler in einen Flü­gel des Schul­hau­ses am Kir­chen­platz umzie­hen. 1849 erhob man die Schu­le zur “König­li­chen Gewer­be- und Han­dels­schu­le”.

Als in ganz Bay­ern nach einem ein­heit­li­chen Lehr­plan unter­rich­tet wur­de, fand man 1864 einen neu­en Namen: “König­li­che Gewer­be­schu­le”. Ihr wur­de 1873 eine Han­dels­ab­tei­lung aus­ge­glie­dert, was sich ab 1877 wie­der­um in einer Namens­än­de­rung aus­drück­te: “König­li­che Real­schu­le mit Han­dels­ab­tei­lung”. Die Schu­le fand noch in zwei wei­te­ren Gebäu­den ihr Domi­zil — in der Schu­le an der Blu­men­stra­ße (ab 1864) und an der Hir­schen­stra­ße (ab 1879) — bis sie 1912 in das heu­ti­ge Schul­ge­bäu­de an der Kai­ser­stra­ße umzie­hen konn­te. Zur Ober­re­al­schu­le erwei­ter­te man die 6-klas­si­ge Real­schu­le 1920, wodurch nun­mehr Schü­ler bis zum Abitur geführt wer­den konn­ten.

Seit 1966 trägt die ehe­ma­li­ge Ober­re­al­schu­le an der Kai­ser­stra­ße, kurz OR genannt, den Namen Har­den­berg-Gym­na­si­um. Über die Gren­zen Fürths und Bay­erns hin­aus wur­de die Schu­le als Modell­schu­le bekannt durch das Kern-Kurs-Sys­tem, das “Für­ther Modell”, als Vor­läu­fer der Kol­leg­stu­fe. Zu den berühm­tes­ten Schü­lern zäh­len der Schöp­fer des Wirt­schafts­wun­ders Dr. Lud­wig Erhard, die Unter­neh­mer Dr. Gus­tav Schi­cke­danz und Dr. Otto See­ling und der Dich­ter Jakob Was­ser­mann.

Karl August von Hardenberg — Namenspatron der Schule

Hardenberg-Büste kleni 1aDie ehe­ma­li­ge Ober­re­al­schu­le trägt den Namen Har­den­berg-Gym­na­si­um, ent­spre­chend einem Vor­schlag aus den Krei­sen des ehe­ma­li­gen Eltern­bei­ra­tes. Die Ver­bin­dung des Fürs­ten Karl August von Har­den­berg (1750–1822) zu Fürth ergibt sich aus sei­nem Wir­ken als ers­ter Minis­ter in der Mark­graf­schaft Ans­bach, die 1791 an Preu­ßen fiel. Der sich zu den Gedan­ken des “Auf­ge­klär­ten Abso­lu­tis­mus” beken­nen­de Har­den­berg tat viel zur För­de­rung von Gewer­be und Han­del der Stadt Fürth, unter­stütz­te also tat­kräf­tig die Ent­wick­lung, der auch unse­re Schu­le ihre Ent­ste­hung ver­dankt. Das Bild zeigt die Büs­te Karl August von Har­den­bergs im Ein­gangs­be­reich der Schu­le. Die Form für die­sen Bron­zen­ach­guss stammt von Chris­ti­an Dani­el Rauch (1777–1857).