„Troja.ist.heute.“ – Das Oberstufentheater am HGF bat zur Aufführung

Mit großem Applaus endeten die Aufführungen des Oberstufentheaters am Hardenberg-Gymnasium Fürth. Unter dem Titel „Troja.ist.heute.“ brachten die Schülerinnen und Schüler des Theaterkurs 12 Euripides’ Die Troerinnen in einer modernen Inszenierung auf die Bühne.

Im Mittelpunkt standen dabei nicht die siegreichen Helden des Trojanischen Krieges, sondern diejenigen, deren Stimmen in Kriegsberichten oft kaum gehört werden: Frauen, Kinder und Zivilisten. Ausgehend von den Schicksalen Hekubas, Kassandras und Helenas entwickelte das Ensemble eine Collage aus klassischen Texten, dokumentarischen Zeugnissen und eigens erarbeiteten Szenen. Immer wieder schlugen die Schülerinnen und Schüler den Bogen von der antiken Sage zu aktuellen Konflikten und stellten die Frage, welche Auswirkungen Krieg bis heute auf Menschen hat. Dabei beschränkte sich das Stück nicht auf eine Nacherzählung des antiken Stoffes. Vielmehr stellte es unbequeme Fragen nach Verantwortung, Macht, Gewalt und Erinnerung. Auch aktuelle gesellschaftliche Debatten wurden aufgegriffen und machten deutlich, dass Krieg kein fernes Kapitel der Geschichte ist, sondern bis heute das Leben von Millionen Menschen prägt.

Die Inszenierung verzichtete bewusst auf historisierende Ausstattung. Erde wurde zum zentralen Bühnenbild: Sie war Grab, Heimat, Erinnerung und Sinnbild für Verlust zugleich. Unterstützt von eindrucksvollen Licht- und Toneffekten sowie projizierten Fotografien entstand eine dichte Atmosphäre, die das Publikum über den gesamten Abend hinweg fesselte.

Mit starken schauspielerischen Leistungen, einer reduzierten, atmosphärischen Inszenierung und großem Engagement gelang dem Oberstufentheater ein bewegender Theaterabend, der das Publikum nachhaltig beeindruckte. Ebenso trugen das Technikteam sowie alle Beteiligten hinter den Kulissen wesentlich zum Gelingen der Produktion bei.

Mit „Troja.ist.heute.“ bewies das Oberstufentheater des Hardenberg-Gymnasiums, wie aktuell antike Literatur sein kann. Der Theaterabend regte nicht nur zum Nachdenken über Vergangenheit und Gegenwart an, sondern zeigte auch, welche Kraft Theater entfalten kann, wenn junge Menschen gesellschaftliche Fragen kreativ und mutig auf die Bühne bringen.