Von Politik, Geschichte und jeder Menge Großstadtflair – die Berlinfahrt der Klassen 10e/f

Dienstag – 19.128 Schritte:
Nach einer reibungslosen und erfreulich ereignislosen Busfahrt und dem Beziehen der Zimmer im Hostel in Kreuzberg startete die Fahrt direkt mit einem von den Schülerinnen und Schülern gestalteten Stadtspaziergang zu zentralen Orten der Hauptstadt: durch das lebendige Kreuzberg, zum ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie, weiter zum modernen Potsdamer Platz, zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, zum Brandenburger Tor und schließlich zum Reichstagsgebäude.
Die 10e besuchte noch am selben Tag das Parlament, erhielt einen informativen Vortrag über die Arbeit des Bundestags und konnte anschließend die gläserne Kuppel besichtigen, inklusive eines beeindruckenden nächtlichen Rundumblicks über das politische Zentrum Berlins.

Mittwoch – 20.756 Schritte:
Gestärkt durch ein leckeres, vielfältiges und reichhaltiges Frühstück im Hostel brachen beide Klassen zu ihren Tagesprogrammen auf.
Für die 10f begann der Tag an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße. Die erhaltenen Mauerreste und die begleitenden Dokumentationen machten die Geschichte der Teilung eindrücklich erfahrbar. Anschließend stand der Besuch im Reichstagsgebäude mit Vortrag und Kuppelgang auf dem Programm. Besonders spannend war die Teilnahme an einer laufenden Parlamentsdebatte – einer Fragestunde zu den Themen Verteidigung und Gesundheit, die mit hochbrisanten Fragen und pointierten Antworten aufwartete.
Da Herr Casten Träger an diesem Tag auf der Regierungsbank saß, musste das ursprünglich geplante persönliche Gespräch zwar kurzfristig entfallen; es soll jedoch am 9.3. im Hardenberg-Gymnasium nachgeholt werden. Ein gemeinsames Essen im Abgeordnetenhaus mit Blick über die Spree rundete den politischen Einblick schließlich ab.
Die 10e begab sich derweil in die Berliner Unterwelt und erkundete einen erhaltenen Bunker und Tunnel, die zur Flucht oder Versorgung genutzt wurden, bevor sie die Innenstadt anschließend auf eigene Faust entdecken durfte.

Donnerstag – 17.331 Schritte:
Gemeinsam besuchten beide Klassen das Jüdisches Museum Berlin, dessen außergewöhnliche Architektur von Daniel Libeskind ebenso beeindruckte wie die Ausstellungen zur deutsch-jüdischen Geschichte.
Im Anschluss blieb freie Zeit, die intensiv genutzt wurde, um das vielfältige kulinarische Angebot der Hauptstadt (insbesondere die Berliner Döner-Landschaft) sowie zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten zu erkunden.
Am Abend folgte ein kultureller Höhepunkt: Im traditionsreichen Berliner Ensemble wurde „Was ihr wollt“ von William Shakespeare aufgeführt. Die temporeiche Inszenierung griff die Themen Identität, Geschlechterrollen und Verkleidung auf moderne Weise auf und verband Shakespeares Spiel mit Schein und Sein mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten.

Freitag – 3.535 Schritte:
Vor der Heimfahrt führte der letzte Programmpunkt zur Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Besonders eindrücklich waren die Rundgänge, die teilweise von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen geleitet wurden und durch persönliche Schilderungen der damaligen Haft- und Lebensbedingungen nachhaltig bewegten.
Am späten Nachmittag kehrten schließlich 49 Schülerinnen und Schüler – vielleicht etwas müde, aber bereichert durch zahlreiche neue Eindrücke und Erfahrungen – wieder am HGF an.