Einblick in die jüdische Religion: Ethikschüler der 6e besuchen die Synagoge in Nürnberg

Warum müssen die Jungs so eine kleine Kappe tragen? Was steht da auf dem Schild geschrieben? Und warum gibt es diesen alten Stein an der Wand?
Mit genau diesen (und noch vielen weiteren) Fragen im Gepäck besuchten die Ethik-Schülerinnen und -Schüler der Klasse 6e die Synagoge in Nürnberg. Geduldig und mit viel Humor nahm sich Rabbi Steven Langnas Zeit, um alles verständlich zu erklären und dabei war keine Frage zu klein oder zu ungewöhnlich.
So erfuhr die Ethikgruppe zum Beispiel, dass die kleinen Kappen Kippot (Singular: Kippa) heißen und von Männern in der jüdischen Gemeinde getragen werden, um ihre Ehrfurcht vor Gott zu zeigen. Auch die hebräischen Schriftzeichen, die besonderen Gegenstände im Gebetsraum und der historische Stein an der Wand weckten großes Interesse. Sogar eine alte Abschrift aus den Thorarollen durfte ihren Weg durch die Schülerhände nehmen.
Ein Schild mit der Aufschrift „Regen“ sorgte für Nachfragen: Es ist ein Relikt aus Israel, wo Regen oft sehnsüchtig erwartet wird und eine besondere Bedeutung hat. Auch der alte Stein an der Wand erzählt Geschichte: Er stammt aus der ersten Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg und erinnert heute an die beiden Vertreibungswellen der jüdischen Bevölkerung aus der Stadt.
Der Besuch war nicht nur informativ, sondern auch lebendig und eindrucksvoll. Die Schülerinnen und Schüler merkten schnell: Religion kann man nicht nur im Schulbuch lernen. Nein, manchmal muss man sie einfach selbst erleben.